2021AUG

Nordsee und Hamburg

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An Reisetagen mache ich morgens – möglichst nach einem entspannten Kaffee - das Auto fahrbereit, d.h. alles sicher verstauen, Gas zudrehen etc.. Entweder „versorge“ ich den Horst am Start- oder am Zielort oder unterwegs, wenn beide Orte ohne Versorgung sind. Dann kaufe ich ein… meist viel zu viel und fahre los. Auf längeren Strecken oder in schönen Regionen machen wir unterwegs noch den ein oder anderen Halt. Am Ziel erkunde ich mit Max die neue Gegend. Meist komme ich kaum zum Essen an diesen Tagen und dann wird’s ungesund und dann frage ich mich, was das soll und warum ich mir nicht mehr Ruhe gönne und mal länger irgendwo bleibe und spätestens am übernächsten Tag bin ich dann oft schon wieder neugierig auf was Neues… und auch getrieben. Ich bin hier schließlich nicht zum Vergnügen unterwegs. 

Seit gestern stehe ich in Hamburg am Elbstrand auf dem Campingplatz Elbecamp. Von so einem Platz hab ich die letzten Monate geträumt. Die Lagerfeuer brennen, Kinder spielen und Bob Dylan singt dazu. Hier stehen keine Spießer und Glotzer mit Strebergartenattitüde. Hier steht man luftig kreuz und quer unter Bäumen oder im Sand. Doch nur ein echter Lagerfeuergitarrist könnte mich heute noch mal rauslocken und auch nur mit dem echten Lagerfeuerrepertoire! Es ist kalt heute…. Es war seit Meersburg nicht mehr sommerlich warm – vielleicht noch in Cuxhaven aber da auch immer zum falschen Zeitpunkt und nicht verlässlich. Seit heute ist es allerdings herbstlich kalt. Ich habe heute morgen zum Kaffee sogar den kleinen Heizlüfter angeworfen, den Simone in Holland nicht dabei hatte (Insider).

Für Max und mich war das Wetter bis jetzt ein Segen. Die heißen Sommer der letzten Jahre hätten unsere Reise verunmöglicht. In Meersburg war´s sehr warm. Da habe ich mir einen Sonnenstich geholt und führe seitdem einen Hut im Horst mit. 

Ja Meersburg…. Zwischen dem letzten Beitrag und diesem liegen 16 Stationen, die ich nacharbeiten muss… äh will… äh werde… vielleicht. Ein bisschen fühlt es sich nämlich inzwischen an, wie öffentlich Tagebuch schreiben (danke, Natja, für diesen Vergleich). 

Jetzt sitze ich mit offener Schiebetür im Wohnzimmer und schreibe, während draußen also die Feuer eine einzigartige Atmosphäre schaffen und sich auf der Elbe die Containerschiffe riesengroß am rosa Abendhimmel vorbeischieben. Der Duft der Feuer passt zur Herbstluft. So könnte es noch ein bisschen bleiben. 

Hier habe ich nur drei Nächte und die sind ein Geschenk. Der Platz ist über den ganzen Sommer restlos ausgebucht und ich hatte Glück, diese drei Nächte noch vom letzten Stopp in Essen aus buchen zu können.

Der Elbstrand ist ein richtiger Strand und es herrscht sogar ein gehöriger Tidenhub. Es gibt einen sehr großen Hundestrand mit einem extra Bereich für Listenhunde. Allerdings ist der Strand lang, breit und sowohl menschen- als auch hundeleer. Die Hunde dürfen auf den Hundeabschnitten ohne Leine laufen (NICHT selbstverständlich an deutschen Hundestränden) und laufen auch an allen anderen Abschnitten ohne Leine. Oberhalb des Elbstrandes liegt das Falkensteiner Ufer mit einer imposanten Villengegend, dahinter kommt Blankenese.

Der Platz ist bekannt und beliebt. Wohnwagen werden kurzerhand mit einem Trecker in den Sand gezogen. Die Crew ist nahbar und schafft genau die lockere Atmosphäre, die viele Camper sich wünschen und auf den üblichen Plätzen vergebens suchen.

Der erste Stopp meiner Nordseeetappe war Butjadingen. Um genau zu sein in Fedderwardersiel. Watt? Ja da ist Wattenmeer. Ich wollte aus nostalgischen Gründen nach Cuxhaven, weil ich da mal viel zu kurz und außerordentlich gerne gelebt habe. Dort hatte ich eine feste Buchung auf einem Platz in Sahlenburg, denn ich liebe den Wernerwald und in Sahlenburg befindet sich auch der Hundestrand. Während meiner Zeit in Cuxhaven war ich vor oder nach der Arbeit jeden Tag dort spazieren. Vor meiner Reservierung in Cuxhaven hatte ich noch zwei Tage Zeit und da hab ich mit dem Finger auf der Landkarte den Jadebusen getroffen. Huch… 

Zuallererst habe ich mal den Platz in Fedderwardersiel überhaupt nicht gefunden. Ich navigiere mit google maps… da wird häufig bevorzugt die Panoramaroute gewählt… Straßen, die immer enger werden, verkehrsberuhigten Wohngebieten oder Feldwegen wird der Vorzug vor der Hauptroute gewährt und am Busen wollte maps mich immer wieder in die private Einfahrt eines Bauernhofes schicken. 

Der Stellplatz an einer Marina ist knackevoll und eine Hamburgerin bietet mir an, ihre Parzelle mit mir zu teilen. Ich bin halt ein Glücksschweinchen. Der Platz ist ok. Beim Erkundungsspaziergang entdecke ich aber nebenan einen VanLifePark von Knaus… eine Art Hippiecamp nur für Campervans. Da will ich stehen! Meine Platzwartin lässt mich leider nicht stornieren und so bleibe ich für 2 Nächte auf dem ursprünglichen Platz, verbringe einen lässigen Nachmittag in einer Beachbar mit netten Eingeborenen, einem Mojito und den Füßen und dem Hund im Sand.

In Cuxhaven spazieren wir viel. Am überfüllten Hundestrand herrscht Leinenpflicht. Das hatte ich in meiner Cuxhavener Zeit nicht bemerkt. Damals war ich wohl immer außerhalb der Öffnungszeiten dort. Der Strandaufseher lässt mich aber ein paar Bälle für Max ins Meer werfen, damit der sich abkühlen kann. Er liebt es schließlich, im Meer zu schwimmen. Dann werden die anderen Strandbesucher ungehalten, die ihre Hunde an der Leine schwimmen lassen müssen. Verstehe ich gut… . An der Fischbude bekommt Max ein paar Sprotten geschenkt und für abends habe ich mir eine Yoga Einzelstunde gebucht. Ein Traum. In Duhnen kaufe ich mir ein Lieblingskleid und dann geht’s weiter Richtung Hamburg…

Fortsetzung folgt vielleicht. 

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