18
MAI
2021

Start in Deutschland – Franken – Lieben was ist!

...Die restliche Zeit in Holland war unverändert schön. Ich hatte an einem Sonntag Besuch von zwei Freundinnen aus der Heimat und wir 3 Frauen plus 3 Hunde haben uns einen schönen und entspannten Tag gemacht. 

Wegen meiner Bedenken, dass mir das Gas ausgeht und ich frieren könnte bin ich dann aber einen Tag früher abgereist um beim Flaschentausch im Baumarkt festzustellen, dass die zweite Flasche noch deutlich schwerer war als die leere…. Tja… ich übe noch. Vielleicht doch ein Gastank? Mal kucken.

Nach den leeren, sauberen Stränden Zeelands und einer Geräuschkulisse aus Vogelgezwitscher und Meeresrauschen hätte der Kontrast bei meinem Stopp in Essen kaum größer sein können und ich fühlte mich auf der ersten Morgenrunde um den Haumannplatz sofort wieder gestresst. Also hab ich meine Sachen gewaschen, einige überflüssige Dinge (längst noch nicht alle, blöderweise allerdings ausgerechnet den Nagellackentferner) ausgepackt, liebe Freunde gesehen und bin nach einer knappen Woche wieder los. 

Zuerst stand ein Stopp im Westerwald an, weil noch ein kleines Dings für meinen Vodafone Gigacube eingebaut wurde. Jetzt habe ich WLAN im Auto und das funktioniert erstaunlich gut und stabil. Ich konnte bis jetzt überall sogar ohne Einschränkungen streamen.

Überhaupt bin ich dank des Einbaus einer Solaranlage in Energiedingen sehr gut versorgt und unabhängig. Wasser ist der limitierende Faktor und Wasserauffüllen ist auch das, was mir am wenigsten Spaß bereitet. Das Gehampel mit dem 10 Meterschlauch, der an den Stationen gerne an der Toiletten- oder Grauwasserentsorgung vorbeigeführt werden muss, hab ich noch nicht so gut drauf. Grauwasser rauslassen hingegen ist super. Über die Grube fahren… Hahn auf… tschüss… ein Traum. Das Spülen im Auto geht besser als erwartet, ich verbrauche jedoch recht viel Wasser dafür. Eine Stellplatznachbarin in Veitshöchheim, die mit Hund und Mann in einem VW Bus mit 30 Liter Wassertank reist, braucht zum Spülen „nur ein Schnapsglas Wasser“. Puh… ICH ÜBE NOCH.

Im Westerwald stehe ich sehr ruhig auf einem geschotterten Wanderparkplatz am Dreifelder Weiher. Meine erste Nacht Freistehen und ich schlafe so gut wie seit Jahren nicht. Weiter geht’s Richtung Würzburg.

Bei Hösbach fahre ich willkürlich ab und folge den Schildern zu einer Wallfahrtskirche. Dort stehe ich bei Schmerlenbach auf einer Höhe an einem kleinen Friedhof traumhaft schön und sehr ruhig. Wälder, Felder, Obstbäume, geteerte Spazierwege. Auf der Morgenrunde habe ich eine sehr nette Unterhaltung mit ehemaligem Bauern über Immobilienpreise und Hunde. 

Ich stoppe im Wertheim Village. Hier war ich früher oft bummeln und ich genieße nach Monaten des Coronalockdowns ein fast normales Shoppingerlebnis. 

Auch im Städtchen Wertheim herrscht bis auf die Masken fast Normalität. Eine schöne Stadt mit einem tollen Stellplatz am gegenüberliegenden Mainufer mit Blick auf die Burg, den ich aber erst auf der Suche nach Wasserversorgung nach meiner Nacht entdecke, die ich ruhig und naturnah auf dem Parkplatz eines Vereinsheims direkt am Main verbracht habe. In Wertheim mache ich einen Coronatest, weil ich für die nächste Nacht mal einen Stellplatz auf einem Weingut über den Stellplatzführer „Landvergnügen“ genießen will.

Ich sehe mich schon auf einer Wiese auf einem weitläufigen Landgut stehen, mit Blick auf sanfte Weinberge. Und wie das so ist mit Erwartungen, befindet sich das kleine Weingut mitten im Örtchen und mein Parkplatz ist eingezwängt zwischen Hühnerstall und Landstraße. Bei den Weinbergen handelt es sich um eine Steillage. Ich kaufe erst mal beim sehr freundlichen und jungen Winzer vier Flaschen Frankenwein. Bei meiner Kraxelrunde mit Max durch die Weinberge gerate ich ordentlich außer Puste und im pittoresken Weinörtchen hat sämtliche Gastronomie ausgerechnet heute - wo ich einen negativen Coronatest anzubieten hätte - Ruhetag. Tsss tssssss. A weng frustriert kehre ich zum Horst zurück und plane heute noch einen Umzug. Mit Smücke habe ich das Auto nun final Horst getauft. Das kommt von Adlerhorst. Der tolle und passende Name Castulus, den Dorit gefunden hatte wollte sich nicht so recht einschleifen… . Ein Freund, den ich anrufe, weist mich darauf hin, dass alles perfekt ist, wie es ist. Hätte ich auch selber drauf kommen können, meint er. Ich mache mir also eine trocken ausgebaute Schreurebe auf und lasse meine Erwartung los und siehe da… ich habe vom Wohnzimmer aus einen fantastischen Blick auf die Weinberge und eine Kirche. Tsss tssssss das hätte ich mir mit meinem Tunnelblick fast genommen. Auf einer sehr späten Abendrunde nutze ich intensiv die Gondel auf einem Kinderspielplatz direkt am Main und lache laut und freudvoll über mich und das Leben in die anbrechende Nacht hinein. 

Weiter geht’s nach Veitshöchheim. Darauf freue ich mich besonders. Hier habe ich gewohnt bevor ich ins Ruhrgebiet kam und hier hatte ich eine sehr glückliche Zeit. Ich drehe mit Max eine große Runde auf meiner alten Joggingrunde im Wald und kehre dann bei Smücke und Holger, meinen ehemaligen Nachbarn zum Mittagessen mit Spargel ein, den ich unterwegs noch gekauft habe. Die Nacht verbringe ich nach einem schönen Abend mit lecker Essen und Schlappeseppel an der Straße etwas sehr schräg stehend.

Nach dem Frühstück bei meinen Freunden und einer weiteren Waldrunde ergattere ich einen kostenlosen Wohnmobilparkplatz in Veitshöchheim direkt am Mainufer. Traumhaft!!! Hier verbringe ich zwei sehr schöne Pfingsttage mit Sonne, Stühle raus und jeder Menge netten Bekanntschaften. Max fühlt sich dalmatinerwohl und spaziert frei überall rum. Dadurch kommt er etwas mehr im Horst an und geht manchmal sogar freiwillig rein.

Der nächste Stopp soll Wütze sein.

Zum Wassertanken etc. fahre ich noch mal in die entgegengesetzte Richtung nach Thüngersheim und weil der kostenpflichtige Stellplatz so schön gelegen ist, hänge ich Horst an den Landstrom und bleibe eine Nacht. Hier schließt sich der Kreis und hier sitze ich gerade im Sessel und schreibe, während es draußen nass und kalt ist. 

Gerade mal seit einer Woche bin ich in Deutschland unterwegs und so voll mit Eindrücken und Erlebnissen, dass die Zwangspause mir gelegen kommt. Alles ist perfekt wie es ist….

Bis dann!

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